Weltweit sind Insekten für viele Menschen eine wichtige Nahrungsquelle. Die knapp 2.000 bekannten essbaren Arten unterscheiden sich zwar in ihrer Zusammensetzung aus Makronährstoffen (Protein, Fett und Kohlenhydrate) und Mikronährstoffen (Vitaminen und Mineralstoffen). Sie haben aber eins gemeinsam: Ihre tollen Nährstoffe.

In unserem Fitnessriegel verwenden wir als Insektenart die Grille (Acheta domesticus). Als neuartige Proteinquelle sind Grillen neben ihrer ökologischen Nachhaltigkeit auch äußerst funktional, da sie sehr hochwertige Makronährstoffe besitzen. Grillen beinhalten sehr viel wertvolles Protein, gute Fette, reichlich Ballaststoffe und wichtiges Vitamin B12. Warum besonders Sportler davon profitieren erfährst du hier!

VOLLSTÄNDIGES PROTEIN: ALLE ESSENTIELLEN AMINOSÄUREN!

Grillen bestehen mit knapp 70 % (in Trockenmasse) zu einem Großteil aus Protein [4]. Rindfleisch weist im Vergleich nur ca. 55 % Protein (in Trockenmasse) auf [8]. Protein besteht aus Stickstoffverbindungen – den Aminosäuren. Für den Muskelaufbau besonders wichtig sind dabei die essentiellen Aminosäuren, die nicht vom Körper selbst gebildet werden können [8]. Grillen weisen alle neun essentiellen Aminosäuren, was sie zu einer „vollständigen“ Proteinquelle macht [4,5,7,9].

Generell wird die Qualität von Protein anhand der essentiellen Aminosäuren bestimmt. Je mehr essentielle Aminosäuren, desto hochwertiger die Proteinquelle. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Vorgaben für die Menge essentieller Aminosäuren pro Gramm Protein verfasst. Grillen beinhalten nahezu doppelt so viele essentielle Aminosäuren wie die WHO-Vorgaben [6,14].  Auch der Anteil an verzweigtkettigen Aminosäuren (BCAA) ist mit über 50 % höher als das Vergleichsprofil der WHO. Das vollständige Aminosäureprofil macht Grillen zu einer idealen alternativen Proteinquelle gerade in der Sporternährung.

BALLASTSTOFFE: VERGLEICHBAR MIT PFLANZEN

Konventionelle tierische Lebensmittel wie z.B. Fleisch besitzen zwar ebenfalls einen hohen Proteingehalt. Sie haben aber keine oder kaum Ballaststoffe. Pflanzen auf der anderen Seite verfügen meist über einen hohen Ballaststoffgehalt, haben dafür allerdings nur wenig Protein. Der Ballaststoffgehalt von Grillen liegt bei bis zu 5g/100g [7]. Damit besitzen Grillen nicht nur einen hohen Proteingehalt, sondern sind hinsichtlich des Ballaststoffgehalts gleichauf mit pflanzlichen ballaststoffreichen Lebensmitteln wie beispielsweise Getreide [4].

Grillen sind neben einer hochwertigen Proteinquelle somit auch eine unterstützende Ballaststoffquelle. Dies ist gerade nach dem Sport äußerst vorteilhaft. Denn in der Regeneration nach dem Training weisen Ballaststoffe ein hohes gesundheitsförderndes Potenzial auf [1,3,11].

Insekten sind funktional.

FETT: OMEGA-3 UND OMEGA-6

Bei Grillen liegt der durchschnittliche Fettanteil bei ca. 21 % [in Trockenmasse, 4]. Über 60 % dieser Fette ist ungesättigt. Grillen liefern vor allem die essentiellen Fettsäuren Linolensäure (Omega-3) und Linolsäure (Omega-6), die der Körper selbst nicht bilden kann und die daher mit der Nahrung zugeführt werden müssen [6]. Speziell den Omega-3-Fettsäuren wird aufgrund ihres entzündungshemmenden Potenzials ein besonderer Stellenwert in der Regenerationsphase nach dem Training zugeschrieben [15,16].

VITAMIN B12: KÖRPERLICHE UND GEISTIGE LEISTUNGSFÄHIGKEIT

Grillen beinhalten wertvolle Vitamine und Mineralstoffe wie Eisen und Zink.  Zudem liefern sie besonders viel lebensnotwendiges Vitamin B12. Natürlicherweise kommt dieses Vitamin nur in tierischen Lebensmitteln und nicht in Pflanzen vor [12,13]. Die Zufuhrempfehlungen von Vitamin B12 eines Erwachsenen liegen bei durchschnittlich 2,4 µg bis 3 µg pro Tag. Je nach Lebenssituation und Alter kann der Bedarf steigen, so dass Schwangere, Stillende oder ältere Menschen generell einen höheren Bedarf haben. Auch Sportler benötigen eine ausreichend hohe Versorgung mit Vitamin B12. Da Vitamin B12 beim Energiestoffwechsel, bei der Nervenfunktion und Blutbildung beteiligt ist, kann sich eine zu geringe Zufuhr negativ auf die sportliche Leistung auswirken [2,5,10]. Grillen haben einen Vitamin B12 Gehalt von 54 bis 87µg/kg und eignen sich daher ideal zur Deckung des Vitamin B12-Bedarfs von Sportlern [6].

QUELLEN

[1] Bischoff, S.C. Probiotika, Präbiotika und Synbiotika. Thieme Verlag, Stuttgart, 1. Auflage 2009.

[2] Bonke, D., Nickels, B. Improvement of fine motoric movement control by elevated dosages of vitamin B1, B6, and B12 in targetshooting International Journal for Vitamin and Nutrition Research Supplement 30:198-204, 1989.

[3] Brown, L., Rosner, B., Willett, W.W., Sacks, F.M. Cholesterol lowering effects of dietary fiber: a meta-analysis. American Journal of Clinical Nutrition 69 (1):30-42, 1999.

[4] Bukkens, S.D.F. The nutritional value of edible insects. Journal Ecology of Food and Nutrition 36: 287-319, 1997.

[5] Fink, H.H., Mikesky, A.E. Sports Nutrition: Practical Applications. Jones and Bartlett Learning, Burlington, 4. Edition 2015.

[6] Finke, M.D. Complete nutrient composition of commercially raised invertebrates used as food for insectivores. Zoo Biology 21:269–285, 2002.

[7] Finke, M.D. Estimate of chitin in raw whole Insects. Zoo Biology 26:105-115, 2007.

[8] Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO). Edible insects: Future prospects for food. FAO Forestry Paper: 171, 2013.

[9] Jeukendrup, A., Gleeson, M. Sport Nutrition: An Introduction to energy production and performance. Human Kinetics, Stanningley, 2. Edition 2010.

[10] Kreider, R.B.,Wilborn, C.D, Taylor, L., Campell, B., Almada, A.L., Collins, R., Cooke, M., Earnest, C.P., Greenwood, M., Kalman, D.S., Kerksick, C.M., Kleiner, S.M., Leutholtz, B., Lopez, H., Lowery, L.M., Mendel, R., Smith, A., Spano, M., Wildman, R., Willoughby, D.S., Ziegenfuss, T.N., Antonio, J. ISSN exercise  and sport nutrition review: Research and  recommendations. Journal of the International Society of Sports Nutrition 7:7, 2010.

[11] Manore, M.M. Weight management for athletes and active individuals: A brief review. Sports Medicine 45(1):83-92, 2015.

[12] Schek, A. Ernährung im Top-Sport: Aktuelle Richtlinien für Bestleistungen. Umschau Zeitschriftenverlag, Sulzbach im Taunus, 2013.

[13] Sobiecki, J.G., Appleby, P.N., Bradbury, K.E., Key, T.J. High compliance with dietary recommendations in a cohort of meat eaters, fish eaters, vegetarians, and vegans: Results from the European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition-Oxford study. Nutrition Research 36(5):464-477, 2016.

[14] World Health Organization (WHO).  Protein and aminoacid requirements in human nutrition. Report of a joint WHO/FAO/UNU Expert Consultation. WHO technical report series 935:150, 2007.

[15] Jouris, K.B., McDaniel, J.L., Weiss, E.P. The Effect of omega-3 fatty acid supplementation on the inflammatory response to eccentric strength exercise. Journal of sports science and medicine 10 (3):432-438, 2011.

[16] Lunn, J., Thebald, H.E. Briefing paper: The health effects of dietary unsaturated fatty acids. Food and Nutrition Bulletin 31:178-224, 2006.